Studie von Luth Research zeigt: Die Entscheidung über Reiseziele und Buchungen fällt immer häufiger außerhalb von Websites. Europäische Reisende recherchieren durchschnittlich 74 Tage vor einer Reise und buchen im Schnitt bereits 86 Tage im Voraus. In den letzten 45 Tagen vor der Buchung entfallen 57 % der Seitenaufrufe auf Online‑Reisebüros (OTAs), und 88 % der Befragten aus Großbritannien und Frankreich besuchten ein OTA — ein Signal, dass das gesamte Kundenerlebnis zunehmend Cross‑Channel gestaltet wird.
Nutzerreise außerhalb von Websites: OTAs und soziale Plattformen bestimmen die frühe Inspiration
Die Analyse belegt, dass europäische Reisende zu Beginn der Planung oft kein festes Ziel haben: rund 60 % gaben an, mehrere Destinationen oder gar keine konkrete Wahl zu haben. Dieser Befund eröffnet Werbetreibenden die Chance, früh im Conversion Funnel Einfluss zu nehmen.
Plattformen wie Booking.com, Expedia, Airbnb sowie visuelle Netzwerke wie Instagram und Google Discover fungieren als primäre Touchpoints für Inspiration. Für touristische Anbieter bedeutet das: Sichtbarkeit muss dort hergestellt werden, wo Nutzer ihre erste Idee formen, nicht nur auf der eigenen Website.

Frühe Beeinflussung als strategische Stellschraube
Marketingmaßnahmen wie maßgeschneiderte Landingpages und aufmerksamkeitsstarke Kampagnen auf OTAs können die unentschlossenen Nutzer erreichen. Ein Beispiel aus der Praxis: spezialisierte Travel Spotlights erhöhen die Markenwahrnehmung in der Inspirationsphase. Diese frühe Beeinflussung ist entscheidend für die spätere Conversion.
Kernerkenntnis: Wer in der Inspirationsphase präsent ist, formt die spätere Nutzerreise und gewinnt Anteile am späteren Buchungsverhalten.
Cross‑Channel und Multichannel: Messbarkeit des Conversion Funnel steht auf dem Prüfstand
Digitale Daten zeigen, dass europäische Reisende in den 45 Tagen vor Buchung im Schnitt 85 Seiten mit Reiseinhalten aufrufen — deutlich weniger als in Nord‑ und Südamerika, aber mit höherer Konzentration auf OTAs. Das verschiebt die Mess‑ und Optimierungsanforderungen für den Conversion Funnel.
Plattformübergreifendes Tracking ist für Akteure wie Hoteliers und Marketer zur Priorität geworden. Tools von Google, Meta und spezialisierten Attribution‑Anbietern müssen Cross‑Device‑ und Cross‑Channel‑Daten zusammenführen, um die User Experience entlang aller Touchpoints nachvollziehbar zu machen.
Technische und organisatorische Folgen
Die Abhängigkeit von Drittplattformen zwingt Marken, ihre Datenstrategie neu zu denken: Multichannel‑Attribution, Content‑Syndication und direkte Integration in OTA‑Listings werden zur Kernaufgabe. Ohne diese Maßnahmen läuft die eigene Website Gefahr, nur noch als letztes Kontaktmoment im Funnel wahrgenommen zu werden.
Kernerkenntnis: Nur vernetzte Daten und konsistente UX über alle Kanäle sichern langfristig einen belastbaren Conversion Funnel.
Kundenerlebnis, Bonusprogramme und Paketangebote: Hebel für Umsatz und Loyalität
Preise und eine benutzerfreundliche Website bleiben für Europäer in der finalen Entscheidungsphase zentral. Gleichzeitig sind Bonusprogramme in Europa weniger verbreitet (31 % vs. global 43 %), doch aktive Mitglieder zeigen hohe Loyalität: 79 % bevorzugen Marken, bei denen sie Mitglied sind.
Preisnachlässe stellen den wichtigsten Vorteil dar (76 % in Großbritannien, 71 % in Frankreich), während nur 13 % bereit sind, deutlich mehr für eine Buchung bei ihrem Bonusprogramm‑Anbieter zu zahlen. Praktische Folge: Kombinierte Paketangebote und gezielte Mitglieder‑Rabatte bleiben wirksame Instrumente.
Beispiel und strategische Empfehlung
Ein konkretes Praxisbeispiel illustriert den Effekt: Nach Einführung von Reisepaketen verzeichnete das K+K Hotel Central laut Unternehmensangaben eine Umsatzsteigerung von 45 % und ein Wachstum der Paketreisesparte um über 140 %. Solche Ergebnisse belegen, dass Multichannel‑Promotionen und exklusive Angebote die Nachfrage konkret steigern.
Kernerkenntnis: Anbieter, die Paketlösungen und loyale Kundenansprache verbinden, schaffen klare Wettbewerbsvorteile in der digitalen Transformation.
Die Daten zeigen: Die Nutzerreise wird zunehmend außer Haus entschieden — OTAs, soziale Plattformen und Cross‑Channel‑Erfahrungen formen heute den Großteil des Kundenpfads. Anbieter müssen deshalb ihre Präsenz über Plattformgrenzen hinweg stärken, Cross‑Channel‑Messung implementieren und UX‑ sowie Angebotsstrategien (Pakete, Bonusprogramme) systematisch verzahnen, um im vernetzten Marktumfeld bestehen zu können.





